Begegnung mit fremden Welten

Erstellt am Dienstag, 24. November 2015

LesenachmittagAktionsnachmittag „Lesen und mehr“ - mit Autorenlesung

Fremde Welten – unter diesem Motto waren die Sechstklässler der Marienschule eingeladen zu einem erlebnisreichen Nachmittag rund ums Lesen.

Wie vielseitig, spannend und unterhaltsam diese Welten in Büchern gestaltet sein können, wussten einige lesefreudige Jungen und Mädchen bei ihren Buchtipps für Mitschüler anschaulich zu vermitteln. Mit viel Begeisterung erzählten sie in der Schülerbibliothek von ihren persönlichen Leseerfahrungen. An anderen Stationen konnten die Marienschüler mit Hilfe von Leseanleitungen kleine Experimente durchführen, kreativ werden bei der Herstellung von Lesezeichen oder auch an einem Quiz mit Internetrecherche teilnehmen. Für die am Ende der Veranstaltung ermittelten Quiz-Gewinner hatte die Buchhandlung Egner Gutscheine gestiftet.

Als Mittlerin zwischen fremden Welten versteht sich auch die diesjährige Gastautorin Aygen-Sibel Celik. Sie gehört zu einer Gruppe ausgewählter Autoren, deren Lesungen im Rahmen des diesjährigen Literatur- und Leseförderprojekts WERKPROBEN vom Kultursekretariat NRW gefördert werden. Die in Istanbul geborene und nun in Düsseldorf lebende Jugendbuchautorin las im zweiten Teil des Nachmittags aus ihrem Buch „Seidenhaar“, welches das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zum Thema hat.

LesenachmittagHauptfiguren sind die zwei jungen Türkinnen Canan und Sinem, die mit ihren Familien in Deutschland leben. Schnell erfassten die jungen Zuhörer den aktuellen Bezug der Geschichte: Wie ist es, wenn Menschen verschiedener Kulturkreise zusammenleben? In dem Buch trägt die eine, Canan, mit Überzeugung Kopftuch. Die andere, Sinem, ist in einer westlich orientierten Familie aufgewachsen; selbst ihr ist der muslimische Kulturkreis eher fremd. Es kommt sogar zu Streit zwischen den beiden Freundinnen. Eines Tages aber probiert Sinem es selbst aus, ein Kopftuch zu tragen, um die Freundin besser zu verstehen. Dabei stößt sie jedoch auf Reaktionen ihrer Umwelt, mit denen sie nicht gerechnet hat.

„Was meint ihr, wird sie das Tragen eines Kopftuches schnell wieder aufgeben?“, wollte die Autorin von ihren aufmerksamen Zuhörern wissen. Der lebhafte Meinungsaustausch über diese Frage zeigte sehr deutlich, dass es Frau Celik gelungen war, die sensiblen Themen „Fremdheit“, „Vorurteile“ und „Toleranz“ für die Schüler erlebbar zu machen. Einzelne Jungen und Mädchen berichteten auch von ihren persönlichen Erfahrungen. Andere Schüler stellten der Autorin Fragen zu ihrer Person und zu eigenen Begegnungen mit Vorurteilen.

Mit ihrer authentischen und sympathischen Art kam Frau Celik bei den Schülern sehr gut an. Als gelungenes Plädoyer für respektvolles Miteinander war ihre Lesung ein voller Erfolg, gerade auch angesichts der besonderen Aktualität des Themas.

 

Weitere Impressionen zum Lesenachmittag finden Sie hier!

 

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