Pauline von Mallinckrodt

Pauline von Malinckrodt

Pauline von Mallinckrodt wurde 1817 in Minden als Tochter des Oberregierungsrates Detmar von Mallinckrodt und seiner Gemahlin Bernhardine von Hartmann geboren, verlebte aber mit ihren drei jüngeren Geschwistern den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend in Aachen, wohin ihr Vater als Vizepräsident des Regierungsbezirks Aachen berufen worden war. Schon in jungen Jahren setzte Pauline sich für Arme und Kranke ein und entwickelte eine große Sensibilität für soziale Not, die durch die Industrialisierung immer größere Ausmaße annahm. 1839 wechselte Pauline, bedingt durch die Pensionierung des Vaters, nach Paderborn über, das nun Hauptbetätigungsfeld ihres engagierten Einsatzes wurde. Hier trat sie dem Frauenverein zur Pflege armer Kranker in ihren Häusern bei und organisierte Nachtwachen. Um den kranken Müttern die Sorge für ihre unbeaufsichtigten Kleinkinder zu nehmen, gründete sie 1840 eine Kleinkinder- Bewahrschule als Tagesheimstätte. 1842 nahm sie die ersten zwei blinden Kinder auf und legte damit den Grund für die erste Blindenanstalt in Westfalen, die 1847 zur Provinzial-Blindenanstalt erhoben wurde und bis heute existiert. Zwei Jahre später konnte sie, nunmehr frei von den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie, den lang gehegten Wunsch verwirklichen, sich einer Ordensgemeinschaft anzuschließen. Da sie jedoch keinen Orden fand, der die Blinden übernahm, gründete sie am 21.8.1849 die  Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe . In der Folgezeit weitete sich das Erziehungsfeld der Gemeinschaft auf die Schulen  aus. Die Tätigkeit im Schulbereich wird eine der Hauptaufgaben der Kongregation. Aufbauend auf dem  pädagogischen Anliegen Pauline v. Mallinckrodts, sieht die Gemeinschaft - damals wie heute - in der christlichen Erziehung und Bildung ihr Hauptapostolat. Am 14. April 1985 sprach Papst Johannes Paul II diese engagierte Pädagogin und Ordensfrau selig und stellte sie damit ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

 

Als Schule in Ordenstradition der Schwestern der Christlichen Liebe sind uns markante Zitate aus den Briefen von Pauline von Mallinckrodt, die pädagogische Leitlinien umreißen, wichtig:

 

  • "Die Liebe zu den Kindern ist die beste Lehrmeisterin der Erziehung, nur jemandem, der die Kinder liebt, darf man sie anvertrauen."
  • "Liebe und Güte sind die erfolgreichen Kräfte in der Erziehung, aber beide müssen gepaart sein mit konsequentem Festhalten an dem einmal Geforderten."
  • "Der liebe Gott hat dem Menschen Verstand und Herz gegeben; nur die harmonische Übereinstimmung beider bildet den Menschen zu einem vollkommenen liebenswürdigen."
  • "Was würde alle wissenschaftliche Befähigung nützen, wenn sie nicht gepaart ist mit einer tiefen Demut und einer geduldigen Nächstenliebe, mit einer vollen Ergebung in den Willen Gottes und in all seine Fügungen."
  • "Tüchtige Charaktere … werden nur von innen heraus gebildet; auf äußeren Zwangsgehorsam lege ich gar wenig Wert, weil sich solche Kinder, später erwachsene Menschen, sehr leicht in ungünstigen Verhältnissen, auch den von ihren Vorgesetzten herabkommenden bösen Beispiel und Geboten fügen - da ihre innere Kraft und Freiheit gar wenig geübt ist."
  • "Man darf keine Meinung aufdrängen, sondern überzeugen, begründen - Ratgeber sein."
  • "Erziehen Sie sich selbst, dann werden Sie andere zu erziehen wissen."
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