Schulgottesdienst Konzept

 

Schulgottesdienste an der Marienschule Lippstadt – Gymnasien

 

„Ich bin da“ (Ex 3, 14)

 

Zum Selbstverständnis unserer katholischen Gymnasien in Ordenstradition der Schwestern der Christlichen Liebe gehören regelmäßige wöchentliche Schulgottesdienste sowie solche zu besonderen Anlässen. Die Marienschule ist mehr als nur Unterricht. Sie lebt auch davon, wie der Schuljahresbeginn gestaltet und ob Advent gefeiert wird oder wie man mit Krisen und Herausforderungen in der Schulgemeinschaft umgeht.

Die Schulgottesdienste unterbrechen den Lehr- und Lernalltag, verbinden die Schulgemeinschaft von Schülern, Eltern und Lehrern mit Gott und sind geeignet, bei der Bewältigung persönlicher und schulischer Ereignisse durch Klage und Bitte, Lob und Dank zu helfen. Sie helfen mit zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler angesichts der Gefahr einer isolierten Konzentration auf Wissensvermittlung und Leistungsorientierung. Dieses geschieht durch die Zuwendung zum Einzelnen und die gestaltete Aufmerksamkeit für die Fragen seines Lebenshorizontes. Schulgottesdienste als Heilige Messen und Wortgottesdienste sind keine „Events“ oder „Showveranstaltungen“, sondern Gottesdienste, in denen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer Lebens- und Glaubenshilfe erfahren.

Schülerinnen und Schüler sind bei der Vorbereitung und Durchführung zu beteiligen, können ihre Fragen stellen, ihre Antworten wagen, ihre Meinung einbringen. Im Zuge gottesdienstlicher Kommunikation eröffnen Schulgottesdienste den Raum für die Begegnung mit Gott, dem Liebhaber des Lebens, und sind damit der Ort, an dem authentisch, lebensnah und direkt Begegnung mit dem Gott ermöglicht wird, der sich Mose im brennenden Dornbusch offenbart hat und dessen Name „Ich bin da“ (Ex 3,14) ist.

Daraus leitet sich unser Anspruch ab:

1. Der Schulgottesdienst unterbricht den Ablauf des normalen Schulalltags durch eine Feier, in der durch Rituale und spontane Gestaltungselemente die Nähe und Begegnung mit dem Gott gesucht wird, dessen Name „Ich bin da“ ist.

2. Der Schulgottesdienst gibt Einzelnen und der versammelten Gemeinschaft Zeit zur Ruhe und Konzentration und ist somit geeignet, zu sich selber finden zu können. Dieses geschieht im Kontext der Orientierungssuche Jugendlicher und vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und medialen Überschwemmung eigener innerer Bilder und Gefühle.

3. Im Schulgottesdienst erfahren sich die feiernden Menschen als Gemeinschaft von Glaubenden und Suchenden, die sich von Musik, Liedern, Worten, Szenen berühren lassen, und als solche, die im Gebet oder der Stille Gott sagen, was ihre Sache ist, hören, was seine Sache ist.

4. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Schulleitung gestalten den organisatorischen und pädagogischen Rahmen so, dass in den Schulgottesdiensten die Begegnung mit dem, der schon da ist, ermöglicht wird.

Damit dieser Anspruch gelingt, setzen wir als Marienschule pädagogische und organisatorische Rahmenbedingungen:

Erwartungen an die mitfeiernden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer:

• Unsere Schulsachen verbleiben selbstverständlich im Klassenraum, dazu zählen Jacken, elektronische Geräte, Lebensmittel.

• Wir gehen gemeinsam als Klassen- bzw. Kursgemeinschaft in den Gottesdienst und sitzen im Forum ruhig und aufmerksam zusammen.

• Gottesdienst ist gemeinschaftliches Tun und erfordert unsere Teilnahme, die sich in Gebet und Lied äußern kann. Wir achten gemeinsam darauf, dass dies gelingt!

• Wir erwarten von nichtchristlichen Schülerinnen und Schülern eine respektvolle Haltung gegenüber dem Gottesdienst.

• Wir warten, bis der Zelebrant den Gottesdienstraum verlassen hat und begeben uns dann zügig in unsere Klassen- oder Kursräume.

• Wir informieren uns im Vorfeld über den entsprechenden Termin des Gottesdienstes, der zudem am digitalen Brett im Foyer bekannt gegeben wird.

• Wir akzeptieren eine eventuelle Verzögerung des Unterrichtsbeginns der 2. Stunde, die aufgrund des Gottesdienstes eintreten kann. In der 2. Stunde wird in der betreffenden Stufe keine Klassenarbeit geschrieben.

Erwartungen an den Religionsunterricht und Gottesdienstvorbereitung:

• Wir zeigen allen Schülerinnen und Schülern im 5. Schuljahr im Rahmen einer Unterrichtseinheit den Aufbau, Inhalt und Wert der Heiligen Messe.

• Auch den evangelischen Schülerinnen und Schülern wird im Religionsunterricht ein Orientierungsrahmen zum Ablauf der Heiligen Messe vorgestellt.

• Wir wiederholen den Ablauf der Heiligen Messe sowie der Antwortrufe zeitnah vor den Gottesdiensten, um die Bedeutsamkeit der einzelnen Teile ins Gedächtnis der Schülerinnen und Schüler zu rufen.

• Wir entfalten in regelmäßigen Abständen im Gottesdienst liturgische Elemente der katholischen Messfeier.

• Wir planen den Gottesdienst so, dass er pünktlich beginnt und endet.

 

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